Lesefest im Domgarten

WE | Als „Glitzermoment“, als DAS Erlebnis ihrer Reha-Maßnahme, die sie aktuell in Bad Kösen durchführt, werde sie das Lesefest in Erinnerung behalten, so eine Bielefelderin am Samstagnachmittag. Mit zwei Kindern war sie am 24. Mai 2025 in den schönen Domgarten gekommen, zum 9. Lesefest der Naumburger Lesepaten und der Stadtbibliothek.

Als süßesten Mann, der sich aktuell im Domgarten aufhalte, bezeichnete sich Henning Jaworski. Der Hobby-Imker punktete mit lehrreichen Infos über das Leben und Wirken der Bienen. Wer mochte, erhielt einen Löffel Honig als Kostprobe.

Begeisterung pur sprach auch aus dem Bericht des 7jährigen Noah, der wortreich und ausdauernd von seinem Insektenhotel schwärmte, das er am Basteltisch gebaut hatte. Neben 220 Ameisen hielten sich dort ein Schmetterling auf und eine Schnecke, erklärte er ernst. Dass alle eine nützliche Arbeit verrichteten und dass Naturschutz wichtig für uns ist, war ihm klar.
35 Insektenhotels seien am Nachmittag erschaffen worden, berichtete Regina Kiehn, die gemeinsam mit weiteren Lesepaten die Kinder anleitete bzw. unterstützte und mit kurzweiligen Geschichten aufwartete.

Nicht anders erging es den Gästen an den übrigen Erlebnis-Stationen. Jede der sieben Leseinseln hatte eine besondere Note. Märchen aus aller Welt wurden vorgelesen, Bilderbücher angeschaut, Spiele gespielt, Rätsel geraten – ein breitgefächertes Spektrum.

Manch einer wunderte sich über Kinder und Erwachsene, die, ein Buch auf dem Kopf balancierend, fast meditativ durch den Park wandelten. Nach der sportlichen Leistung durften sie das „getragene Werk“ behalten. Eine Offerte der Stadtbibliothek. Zu einem sich so erarbeiteten Buch hat man ein besonderes Verhältnis, vermutete Sandra Graneist, Mitarbeiterin der Kinderbibliothek. Bestenfalls inspiriert es und macht neugierig aufs Lesen.

Dass Lesepaten auch gut backen können, scheint sich herumgesprochen zu haben. Bereits gegen 14:30 Uhr war der von 35 Damen gespendete Kuchen ausverkauft. Erstmals hatte das Lesecafé ab 10 Uhr, also drei Stunden vor dem Beginn des Lesefestes, geöffnet. Insbesondere Besucher des zeitgleich stattfindenden Meistermarktes wussten es zu schätzen.

Die Sonne „schaute“ dem bunten Treiben rund um den ehrwürdigen Dom dauerhaft zu. Eine wichtige Voraussetzung für ein Fest im Grünen. Das Resümee konnte also nur gut ausfallen, das Dorothee Sieber, Leiterin des Leseprojekts, eingebunden in den Bürgerverein Naumburg, am Abend zog. Sie dankte allen Mitwirkenden und Unterstützern. Organisation und viel Kleinarbeit hatten sich erneut gelohnt. Als Fazit bleibt festzuhalten: Das Buch ist auch heute noch attraktiv!

Waltraud Eilers, Lesepatin an der Utaschule

Kommentare sind deaktiviert.